25. – 27. Oktober 2019
Vorträge der Wiener Initiative ARBEIT AM TONFELD®, PRÄNATAL am
Kongress der International Society for Pre- and Perinatal Psychology and Medicine in Kooperation mit der Hochschule Fulda.

 

Referentinnen:

Gerhild Tschachler-Nagy: Dipl. Pädagogin, Ausbildungsleiterin und Supervisorin von Lehrgängen zum Dipl. Lebens-und Sozialberater, Arbeit am Tonfeld®

GRUNDLAGEN DER ARBEIT AM TONFELD®

PROZESSEINBLICK: FOLGEN EINER KAISERSCHNITTGEBURT: AUFARBEITUNG EINER ZEREBRALEN PARESE

 

Ayla Versnak: Elementarpädagogin, Hortpädagogin, Dipl. Lebens-und Sozialberaterin

DIE DREI BASALEN SINNE in der ARBEIT AM TONFELD® IN BEZUGNAHME AUF DIE AUFARBEITUNG VON GEBURTSTRAUMATA

 

Mag. Elisabeth Feigl, MAS: Pädagogin, Erwachsenenbildnerin, zertifizierte Tonfeldbegleiterin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

PROZESSEINBLICK IN DIE ARBEIT MIT EINEM MÄDCHEN MIT GEBURTSKOMPLIKATIONEN

 

Mag. Nina Stalzer, Kunstpädagogin, Dipl. Lebens- und Sozialberaterin unter Supervision

AUSWIRKUNGEN EINES GEBURTSTRAUMAS (Erfahrungsbericht)

EINDRÜCKE VON DER KONFERENZ

Elisabeth Feigl

 

Die ISSPM-Konferenz in Fulda war für mich eine sehr spezielle Erfahrung, weil mir noch stärker bewusst wurde, von wie vielen Faktoren eine gesunde Schwangerschaft und eine komplikationsfreie Geburt abhängen. Wie leicht kann dabei doch etwas schieflaufen: Nabelschnur um den Kopf oder Steißlage sind keine Seltenheit und Periduralanästhesie, Kristeller-Handgriff oder Kaiserschnitt gehören zu den häufig eingesetzten Techniken der modernen „Gerätemedizin“. Immer noch viel zu wenig wird über die gravierenden negative Erfahrungen und Erlebnisse von Mutter und Kind berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sehr diese Erfahrungen ganze Familien dauerhaft bzw. langfristig belasten oder gar traumatisieren können.

Aufgezeigt haben mir die Beträge weiters, wie wichtig das kooperative Miteinander auf Augenhöhe zwischen allen, bei einer Geburt beteiligten Personen ist. Sehr rasch kann es sonst zu einer – von Seite der Schwangeren - ungewollten, ev. autoritär angeordneten medizinischen Herangehensweise kommen, ohne Rücksichtnahme auf persönliche Empfindlichkeiten. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass auch die Wortwahl des beteiligten medizinischen Personals zeitweise heftig ausfällt und von wenig Sensibilität für die sehr intime Beziehung zwischen Mutter, (Vater) und Kind in diesem Setting zeugt.

Ein paar Lichtblicke: Mittlerweile gibt es immer mehr speziell ausgebildete TherapeutInnen, die sich dem Thema Schwangerschaft und Geburt auf die unterschiedlichsten Weisen nähern (sei es in der vorbereitenden Arbeit mit Schwangeren oder mit Menschen, die selbst erschütternde prä- oder perinatale Erlebnisse bei ihrer eigenen oder der Geburt ihrer Kinder hatten). Immer mehr Initiativen und (online-)Plattformen setzen sich für die Rechte der Mütter und Kinder ein und zeigen den Betroffenen auch, wo sie sich bei (späteren) psychischen oder physischen gesundheitlichen Problemen Hilfe holen können. Und auch in der universitären Wissenschaft und Forschung ist das Thema Schwangerschaft und Geburt bzw. Folgen für Mutter und Kind mittlerweile präsent und nicht mehr so tabuisiert wie noch vor 20 oder 30 Jahren.

Nicht zuletzt auch deshalb finden sich mittlerweile viele wissenschaftliche Bücher, allgemein verständliche Ratgeber und Beiträge in anderen Medien, wodurch eine breitere Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden kann.